Notruflösungen für Unternehmen
Überfallmelder mit stiller Alarmierung und Notrufaufschaltung
Unauffällig einen vorbereiteten Alarmablauf auslösen
Eine bedrohliche Situation am Empfang, ein Überfall an der Kasse oder eine eskalierende Auseinandersetzung in einem Beratungsraum kann Beschäftigte vor eine schwierige Aufgabe stellen.
Ein Telefonat ist in einer solchen Situation möglicherweise nicht gefahrlos möglich. Ein geeigneter Überfallmelder ermöglicht die Auslösung einer zuvor festgelegten Meldung.
Der Funkmelder überträgt das Signal an ein zentrales Kommunikationsmodul. Dieses leitet den Alarm an die angeschlossene Notrufzentrale weiter. Dort wird die Meldung nicht als beliebiger Hilferuf behandelt, sondern dem vorgesehenen Alarmkriterium und Maßnahmenplan zugeordnet.
Melder passend zum Arbeitsplatz
Unter Verkaufstheken und Empfangstresen
Ein fest montierter Taster erhält einen definierten Platz. Die Position wird so gewählt, dass eingewiesene Beschäftigte ihn im normalen Arbeitsablauf erreichen können.
Als Wandtaster
Ein Wandtaster kann an einer geeigneten Stelle im Arbeitsbereich angebracht werden. Montageort und Bedienbarkeit müssen zum vorgesehenen Einsatz passen.
Als tragbarer Funkmelder
Ein tragbarer Melder kann Beschäftigte innerhalb des geprüften Funkbereichs begleiten. Die erforderliche Reichweite wird am Einsatzort geprüft.
Mehrere Melder in einem Objekt
Für unterschiedliche Arbeitsplätze können mehrere Melder vorgesehen werden. Eine genaue Zuordnung zu einzelnen Räumen wird nur zugesagt, wenn sie bis zur Notrufzentrale technisch umgesetzt und getestet ist.
Was ein stiller Alarm bedeutet
Bei der vorgesehenen stillen Alarmierung wird kein auffälliger örtlicher Alarm ausgelöst.
Ebenso wichtig ist die anschließende Bearbeitung. Ein ungeplanter Rückruf oder eine unerwartete Lautsprecheransprache darf den abgestimmten Ablauf nicht unterlaufen. Deshalb wird vor der Inbetriebnahme festgelegt, ob und auf welchem Weg Kontakt mit dem betroffenen Standort aufgenommen werden darf.
Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt, einen stillen Alarm nur dann auszulösen, wenn dies gefahrlos möglich ist. Die Sicherheit der bedrohten Personen hat Vorrang.
So wird der Überfallalarm bearbeitet
Auslösung → Funkübertragung → Alarmkriterium „Überfall“ → Maßnahmenplan → Vorgesehene Verständigung
Die Notrufzentrale erhält die verfügbaren Standortinformationen und bearbeitet den Alarm nach dem hinterlegten Ablauf. Bei entsprechender Gefahrenlage wird die Polizei verständigt. Zusätzlich können berechtigte betriebliche Ansprechpartner informiert werden.
Die konkrete Bearbeitung wird vorab abgestimmt. Es wird keine pauschale Rückrufpflicht beim bedrohten Mitarbeiter vorgesehen.
Welche Informationen werden hinterlegt?
Für die Alarmbearbeitung können insbesondere der genaue Standort, der betroffene Arbeitsbereich, Angaben zum Zugang und die zulässigen Kontaktwege erforderlich sein. Außerdem wird festgelegt, welche internen Ansprechpartner informiert werden und wie bei Nichterreichbarkeit vorzugehen ist.
Vertrauliche Angaben zu Montageorten und betrieblichen Sicherheitsabläufen werden nicht öffentlich auf der Webseite dargestellt.
Für wen ist die Lösung geeignet?
Das Angebot richtet sich insbesondere an Einzelhandel, Kioske, Tankstellen, Hotels, Gastronomie, Apotheken, Praxen, Beratungsstellen und Unternehmen mit Empfangsbereichen. Auch Einrichtungen mit konfliktbelastetem Publikumsverkehr können einen Bedarf an vorbereiteter Alarmierung haben.
Der Melder ergänzt die betriebliche Sicherheitsorganisation. Er ersetzt keine Unterweisung, keine geeignete Arbeitsplatzgestaltung und keine abgestimmten Verhaltensregeln.
Warum der Maßnahmenplan wichtig ist
Die Unfallkasse Baden Württemberg beschreibt, dass festgelegt werden muss, wann Beschäftigte einen Notruf auslösen und wie die empfangende Stelle darauf reagiert. Ebenso wichtig ist, dass die erforderlichen Maßnahmen tatsächlich eingeleitet werden.
Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Wir besprechen nicht nur, wo der Taster befestigt wird, sondern auch, was nach der Auslösung geschehen soll.
Sachlicher Fallbezug: Angriff in Stade
Am 29. Juni 2026 wurden nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen erschossen. Den Ermittlungsangaben zufolge soll der Angriff während eines Hilfeplangesprächs unter Beteiligung von Mitarbeitern der Einrichtung und des Jugendamtes erfolgt sein. Das Ermittlungsverfahren dauert an.
Der Fall wird hier ausschließlich als Beispiel dafür genannt, dass Konflikte an Arbeitsplätzen in seltenen Fällen extrem eskalieren können. Aus dem Ereignis lässt sich nicht ableiten, dass ein Überfallmelder den konkreten Angriff verhindert oder seinen Ausgang verändert hätte. Ein technisches Alarmsystem ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch Prävention, Schutzkonzept, Unterweisung oder den abgestimmten Umgang mit bekannten Bedrohungslagen.
Amtliche Zahlen
Für 2025 nennt die Polizeiliche Kriminalprävention 1.566 registrierte Raubüberfälle auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte. Darunter werden 497 Fälle auf Tankstellen und 138 Fälle auf Spielhallen ausgewiesen.
Diese Kategorie umfasst nicht sämtliche Bedrohungen und Gewaltereignisse am Arbeitsplatz. Die Zahlen dienen der sachlichen Einordnung, nicht der Bewertung des individuellen Risikos eines einzelnen Betriebs.
Schnell eingerichtet
Sie erhalten die vorgesehenen Komponenten individuell vorkonfiguriert per Post. Nach Montage oder Aufstellung erfolgt eine abgestimmte Funktionsprüfung. Dabei werden das Alarmkriterium und der Bearbeitungsablauf kontrolliert. Ein Testalarm muss vorher als Test vereinbart werden.
Häufige Fragen
Wird bei Betätigung eine Sirene ausgelöst?
Bei der vorgesehenen stillen Konfiguration ist keine auffällige örtliche Signalisierung vorgesehen.
Geht der Alarm unmittelbar bei der Polizei ein?
Das hier beschriebene Angebot sieht eine Aufschaltung auf eine Notrufzentrale vor. Eine unmittelbare polizeiliche Direktaufschaltung ist eine davon zu unterscheidende Lösung.
Können mehrere Arbeitsplätze ausgestattet werden?
Ja. Die Anzahl und Zuordnung der Melder werden entsprechend dem technisch möglichen und vereinbarten Umfang geplant.
Was geschieht bei einer versehentlichen Auslösung?
Dafür wird ein eigenes Vorgehen vereinbart. Eine Alarmbearbeitung wird nicht allein durch eine beliebige unbestätigte Mitteilung aufgehoben.
Fachliche Informationen und Quellen
Polizeiliche Kriminalprävention: Raubüberfall auf Gewerbe
Unfallkasse Baden Württemberg: Gewaltprävention
Polizeidirektion Lüneburg und Staatsanwaltschaft Stade: Angriff in einer Jugendhilfeeinrichtung

